Manchmal wundert man sich ja. Zum Beispiel darüber, dass ein Journalist in einer sehr bekannten Fernsehzeitschrift ungestraft schreiben darf: "Man sollte bei der Wahl des Heilpraktikers auf sein Bauchgefühl achten."
Zunächst bin ich der Meinung, dass man weder bei der Wahl eines Heilpraktikers noch bei der Wahl eines Arztes den Verstand ausschalten sollte. Ich kann mir gerade noch vorstellen, diesbezüglich eine Entscheidung "aus dem Bauch heraus" zu treffen, besser finde ich aber, schlicht und einfach auf sein Gefühl zu vertrauen. Werde ich hingegen aufgefordert, auf mein "Bauchgefühl" zu achten, leide ich hinfort unter "Bauchgrimmen". Letzteres steht übrigens im Lexikon, zwischen "Bauchfüßler" und "Bauchhöhle". Wahrig kennt kein Bauchgefühl. Aber der ist wahrscheinlich eh viel zu kopflastig.
Ich habe mich daran gewöhnt, dass Sozialpädagogen diesen tautologischen Begriff benutzen, das ist sozusagen ein Berufsprivileg. Aber Journalisten? Die könnten sich doch ruhig, bevor sie vom "Bauchgefühl" schreiben, erstmal ein paar "Kopfgedanken" darüber machen.
Fällt mir noch ein Witz ein. Fragt ein Passant einen Sozialpädagogen: "Können Sie mir sagen, wo es zum Bahnhof geht?" - Antwortet der Sozialpädagoge: "Ne du, das tut mir total leid, aber ich kann mal eben schnell für dich hingehen." Den hat mir - logo! - eine Sozialpädagogin erzählt. So ganz aus´m Bauch ´raus.

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